Update: Privatisierungen in Griechenland (Stand Januar 2016)

Die ersten Privatisierungen aus dem geplanten Riesenpaket von 50 Milliarden Euro werden unter Syriza umgesetzt. Nur: besonders viel Geld bringen sie bisher nicht ein. Ein kurzer Überblick “was bisher geschah”:

1. Die Rekapitalisierung  der griechischen Banken

Für die Finanzlücke der Banken in Griechenland werden weniger Notkredite benötigt als befürchtet. Das kann als Erfolg gefeiert werden – der allerdings hat einen hohen Preis. Die Anteile gingen zu einem Schleuderpreis an private Investoren, dem griechischen Steuerzahler entgehen damit auf längere Sicht Milliarden. Gut aufbereitet zum Beispiel in einem Text von Spiegel Online

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-bankenrettung-kostet-steuerzahler-milliarden-a-1064768.html

Ergebnis: -20,4 Milliarden in 2 Jahren für die griechischen Steuerzahler

2. Der Verkauf des Luxus-Resorts “Astir Palace”

Das Luxus-Resort mit eigenem Strand liegt in Vouglameni, einem noblen Athener Vorort und wurde laut griechischem Privatisierungsfonds HRADF an das arabisch-türkisches Finanzkonsortium “Jermyn Street Real Estate Fund” verkauft. Der Verkauf war im Jahr zuvor gerichtlich gestoppt worden, weil die Pläne der Bauherren gegen griechisches Gesetz verstoßen hatten. Demnach dürfen an der Küste keine Gebäude entstehen, die die Natur verbauen – der Originalplan soll laut griechischen Medien bis zu 100 Luxushäuser auf der kleinen Halbinsel vorgesehen haben. Hier sollen die Investoren nun nachgebessert haben.

Kurzüberblick bei Reuters: http://www.reuters.com/article/eurozone-greece-privatisation-idUSL8N14N0AW20160103

Ergebnis: insgesamt gibt es 400 Millionen Euro. Davon gehen 100 Millionen Euro in den Fonds also Griechenlands Gläubiger, 300 Millionen an die Piräus Bank

3. Cosco und der Hafen von Piräus

Der chinesische Konzern Cosco (China Ocean Shipping Company) kauft 67 Prozent der Anteile des Hafens von Piräus. Schon seit 2008 betreibt die Reederei, die zu einer der größten der Welt gehört, zwei Containerterminals. Die Tsipras-Regierung hatte den durch die  Konservativen angestoßenen Verkauf zuvor vorübergehend gestoppt, als eine Bedingung für die Notkredite dann aber akzeptiert und weiter vorangetrieben.

Ein kritischer Blick auf den Verkauf (in Kürze): http://www.neues-deutschland.de/artikel/998883.cosco-bekommt-hafen-von-piraeus-als-schnaeppchen.html

Ergebnis: Cosco zahlt 22 Euro je Aktie und erhielt den Zuschlag für 368,5 Millionen Euro. Außerdem Verpflichtung zu Investitionen von 350 Millionen Euro im Hafen von Piräus

Stand Privatisierungen insgesamt (Januar 2016): 3,5 Milliarden Euro von 50 Milliarden

Share Button

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>